Bewegung von Natur aus

Jeder Sprung, jede ungestüme Bewegung hinterlässt Spuren im kindlichen Gehirn. Je aktiver Kinder sind, desto besser verdrahten sich Muskeln und Gehirn. Träge Kinder neigen zu Übergewicht und gewinnen nur wenig Vertrauen in sich selbst. Woran liegt der Bewegungsmangel von Kindern? Und wie lässt sich die Lust auf körperliche Aktivität fördern? Kinder wollen von Natur aus aktiv sein, Neues entdecken, die Welt erkunden. Im Normalfall gehen sie  bei jedem Wetter raus, spielen, toben, klettern.
Woran liegt es, dass Kinder immer weniger diesem natürlichen Drang nachgehen?

Das hat viele Gründe. In der Großstadt beispielsweise gibt es häufig nicht immer unmittelbar vor der Haustür die Möglichkeit für Kinder, unbeschwert und ohne Sorge der Eltern zu spielen & zu toben. Zudem haben Eltern häufig nicht die Zeit oder Mittel, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder ausreichend aktiv sind – wie z.B. in einem Sportverein, gemeinsam auf einen Spielplatz gehen, in einem gut geführten Kindergarten oder Hort. Stattdessen sitzen viele Heranwachsende zu Hause, vor dem Fernseher oder Computer.

Bereits Babys sind von der Bewegungsarmut betroffen!

Ärzte stellten fest, dass bereits bei 6 Monate alten Säuglingen immer häufiger die Bauchmuskeln verkürzt sind. Das liegt vor allem daran, dass sie zu viel Zeit in der Babyschale auf dem Rücken liegend verbringen. Für Eltern ist das oft sehr praktisch, wenn sie unterwegs sind. Das Baby ist sicher angeschnallt und es kann nichts passieren. Aber es kann sich in dieser Position kaum bewegen. Bewegung ist im Säuglingsalter ein hochgeistiger Prozess. Babys müssen erst lernen, ihren eigenen Körper zu beherrschen – Verdrahtung zwischen Muskeln und Gehirn müssen erst ausgebildet werden. Je lebhafter Babys ihre Umgebung erkunden, umso mehr werden die Kinder natürlich mit neuen Eindrücken belohnt. Jede Beobachtung, jede Erfahrung die sie machen, hinterlässt Spuren im Gehirn. Deshalb ist Bewegung für Kleinkinder so etwas wie der Schlüssel zum Verständnis der Welt und schlägt sich auch in der Intelligenz nieder.

Gemeinsames statt einsames Spiel

Im Spiel mit anderen Kindern wird der Bewegungssinn besonders gestärkt, da sie sich vieles voneinander abschauen. Das wilde, freie Spiel in Bewegung, das gemeinsame Experimentieren und Ausprobieren neuer Rollen findet meist nur statt, wenn Kinder unter sich sind. Zeitgleich üben sie damit den sozialen Umgang miteinander.

Eltern sollen ihre Kinder nicht mit Spielzeug überhäufen, sondern in ihrer freien Zeit etwas mit ihnen unternehmen, in den Wald gehen, mit ihm Rad fahren oder einfach mal auf einer Wiese Ball spielen. Dabei können sie beobachten, an welchen Bewegungen ihr Kind tatsächlich Freude hat und versuchen dieses Interesse weiter zu fördern.

Wichtig zu wissen

Das Wichtigste ist, dass das Kind selbst entscheiden darf und auch Nein sagen kann, wenn es etwas nicht machen möchte. Erst wenn Kinder merken, dass niemand etwas von ihnen erwartet, können sie Schritt für Schritt ihren natürlichen Bewegungs- und Entdeckungsdrang wiederfinden.

Es ist nie zu spät. Wenn Kinder auf geschickte & spielerische Weise ermutigt werden und den Freiraum bekommen, den sie brauchen, dann erwacht auch der Entdeckungsdrang wieder, die Lust an der Bewegung, daran, den eigenen Körper zu spüren, Grenzen zu überwinden, etwas zu bewirken.

Time to Start!